Wann:
19. Mai 2019 um 11:30
2019-05-19T11:30:00+02:00
2019-05-19T11:45:00+02:00
Wo:
Bibliothek Elsenfeld
Marienstraße 4
63820 Elsenfeld
Preis:
Kostenlos
Kontakt:
Stadtmarketing Elsenfeld
06022 500787

2008 sollte es einmalig eine Ausstellung mit Bildern von an Multiple Sklerose erkrankten Künstlern geben, aus der Idee entwickelte sich eine Lawine. Jetzt wird die zwölfte Ausstellung von „Denken – Fühlen – Malen“ erstmals im Spessart gezeigt. Nach dem Start im März in Weiden folgt nun die Präsentation in Elsenfeld, bevor die Bilder im Anschluss nach Hof und Weiherhammer wandern. Die Eröffnung in Elsenfeld ist am 19. Mai um 11:30 Uhr in der Gemeindebibliothek.
2017 hatte Kabarettist Urban Priol aus Aschaffenburg die Schirmherrschaft für die Ausstellungstour übernommen, seit 2018 begleiten die beiden Oberpfälzer Unternehmer Christian und Lars Engel (BHS Corrugated) die Ausstellung. Urban Priol schrieb nach der Eröffnung in Würzburg 2017 ins Gästebuch: „Danke, dass du mich überredet hast, die Schirmherrschaft zu übernehmen!!! Toll und sehr beeindruckend!“ Schirmherr Christian Engel lud die an Multipler Sklerose erkrankten Künstlerinnen bei der Ausstellung im vergangenen Jahr ein, Wellpappe in ihre Kunst einzubeziehen. Die Bilder in Acryl, Aquarell, Kohle und Öl werden nach dem Ausstellungsstart in Weiden jetzt vom 19. bis 29. Mai in Elsenfeld gezeigt.

Die seit 2008 in wechselnder Besetzung teilnehmenden Künstlern kommen nicht ausschließlich aus Deutschland, sondern auch aus den GUS-Staaten, den USA, Italien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, der Türkei und Argentinien. Susanne Kempf hat ihre familiären Wurzeln in der Gegend um Elsenfeld, so war es naheliegend, die Präsentation einmal in ihrer Herkunftsheimat zu zeigen. In Elsenfeld wird neben drei Künstlerinnen mit MS aus dem Raum Miltenberg-Aschaffenburg auch eine weitere Künstlerin mit ihren Bildern zur Künstlergruppe stoßen. Sie meldete sich bei Susanne Kempf, fragte, ob sie auch teilnehmen könne. Dies ist ein Novum innerhalb der Tour, da die Künstlerin nicht wie alle anderen Teilnehmerinnen an MS, sondern an Parkinson erkrankt ist. Im Juni geht es dann mit den Bildern in die Freiheitshalle in Hof, ihren Abschluss findet die diesjährige Reihe im Oktober bei der BHS Corrugated in Weiherhammer.

Weit mehr als 600 Bilder von über 300 Künstlern wurden seit 2008 an 40 Orten in Deutschland und der Schweiz gezeigt, jetzt geht es in die neue Runde. Schirmherren waren in den vergangenen Jahren vor Urban Priol und den Engel-Brüdern die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der frühere Regierende Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit und der heutige bayerische Finanzminister Albert Füracker. In den vergangenen Jahren ist ein Netzwerk zwischen vielen der teilnehmenden Künstler entstanden, die Wiedersehensfreude ist bei jedem Treffen groß. „Das Schöne ist, dass bei unseren Treffen nicht der Krankheitsverlauf im Vordergrund steht. Wir reden mehr über unsere Bilder und was wir sonst so machen als über die Krankheit.“ Berichtet eine der teilnehmenden Künstlerinnen. Neurologe Prof. Dr. Thomas Henze, der die Ausstellung 2016 in Regensburg eröffnete, schrieb nach dem Besuch der Ausstellung in Regensburg 2016 an Susanne Kempf: „Ihre Initiative ist ja deshalb so wichtig, weil sie bei den Betroffenen die Beschäftigung mit Nicht-MS-bezogenen Aktivitäten und Fähigkeiten und bei den Besuchern den Blick auf eben diese (in der allgemeinen Erwartung überraschenden) Fähigkeiten und Interessen von MS-Betroffenen fördert.“

Nicht alle Interessierten, die sich für die Teilnahme 2019 gemeldet hatten, können in diesem Jahr teilnehmen, sie füllen eine Warteliste, werden 2020 dabei sein, wenn es nach Weiden, Bamberg, Rudolstadt gehen wird. Dann wird erstmals auch ein Teilnehmer aus Großbritannien dabei sein, den der Brexit nicht davon abhält, seine Bilder nach Deutschland zu bringen.